Plakatkampagne
für das Recht auf Akteneinsicht
Mit
dem Slogan "Sie dürfen zwar alles zahlen, aber nicht
alles wissen!? www.pro-information.de" wird seit heute
an 250 Bus- und Tramhaltestellen, Informationsflächen
und Litfasssäulen in Berlin für ein Informationsfreiheitsgesetz
auf Bundesebene geworben. Mit einem solchen Gesetz hätten
Bürger und Journalisten bessere Möglichkeiten, sich
über Aktivitäten der Verwaltung zu informieren.
Das Gesetz wäre ein Schutz vor Korruption und würde
bürgerschaftliches Engagement erleichtern.
Bereits
am 11. Juni startete die Unterschriftenkampagne www.pro-information.de,
die online Unterschriften für ein Informationsfreiheitsgesetz
sammelt. Die Internet-Aktion wird von namhaften Erstunterzeichnern
wie Gesine Schwan, Präsidentin der Viadrina-Universität,
unterstützt. Ihre Begründung: "Ineffizienz,
Amtsmissbrauch und Bürgerferne führen zu Staats-
und Politikverdrossenheit. Mit einem Informationsfreiheitsgesetz
kann der Staat zeigen, dass er transparenter Partner der Bürger
sein will - und nicht geheimnisvoller Gegner."
Die
Initiatoren der Plakat-Kampagne sind:
Transparency International - Deutsches Chapter e.V.
politik-digital.de
Netzwerk Recherche e.V.
Mehr Demokratie e.V.
Humanistische Union e.V.
Deutscher Journalisten-Verband (DJV)
Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in
ver.di
Rechtsanwaltskanzlei C.J. Partsch
Europäische Akademie für Informationsfreiheit und
Datenschutz
Designgruppe Merkwürdig
Mit
einem Informationsfreiheitsgesetz, das es bereits in über
50 Staaten gibt, erhält jeder Bürger das Recht,
Akten einzusehen oder Kopien von Unterlagen öffentlicher
Stellen zu bekommen, ohne dass eine persönliche Betroffenheit
oder eine Antragsbegründung erforderlich ist. Genau definierte
Ausnahmeklauseln sorgen dafür, dass sensible Informationen,
z.B. personenbezogene Daten oder Geschäftsgeheimnisse,
geschützt bleiben.
Durch
ein Informationsfreiheitsgesetz würde ein Bürgerrecht
verwirklicht, das aus Sicht der Initiatoren in einer modernen
Demokratie unverzichtbar ist. Nur wer Zugang zu Informationen
hat, kann sich sinnvoll politisch beteiligen.
Deutschland
gehört zu den letzten Industrienationen, in denen das
Prinzip des „Amtsgeheimnisses“ gilt: Bei uns werden
Informationen, die bei öffentlichen Stellen vorliegen,
unabhängig von ihrer tatsächlichen Schutzbedürftigkeit
grundsätzlich als geheim behandelt. Nur in Ausnahmefällen
haben die Bürger ein Akteneinsichtsrecht. Diese Geheimhaltungspraxis
ist ein Relikt des Obrigkeitsstaates, das nicht mehr in das
Informationszeitalter und in eine moderne Demokratie passt.
Außerdem begünstigt Geheimhaltung Korruption, während
Transparenz jeder Form von Machtmissbrauch vorbeugt.
In
den Bundesländern NRW, Schleswig-Holstein, Berlin und
Brandenburg wurde ein Informationsfreiheitsgesetz bereits
eingeführt. Die rot-grüne Koalition hatte schon
im ersten Koalitionsvertrag 1998 angekündigt, ein solches
Gesetz auch auf Bundesebene einführen zu wollen. Mit
der Kampagne wollen die Initiatoren zeigen, dass es eine breite
Unterstützung für das Gesetz in der Öffentlichkeit
gibt.
Für
Fragen zur Kampagne wenden Sie sich bitte an:
pol-di.net
e.V. / politik-digital.de
Clemens Lerche
Tel.: 030 - 97 00 48 89
eMail: clerche@politik-digital.de
oder
besuchen Sie unseren Pressebereich auf der Internetseite
www.pro-information.de
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