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www.dergrossebruder.org

Der große Bruder beobachtet Dich! Doch wer beobachtet den großen Bruder? Neben den Datenschützern, so muß man zur Antwort geben, sind dies vor allem zahlreiche Nicht-Regierungs-Organisationen, die sich um Aufklärung über das Phänomen des Großen Bruders bemühen.

In der Bundesrepublik Deutschland sieht sich das Internetprojekt dergrossebruder.org als wichtiger unabhängiger Berichterstatter. Seit nunmehr vier Jahren stellen wir auf unserer Webseite tagesaktuelle Informationen und Hintergrundberichte unter anderem zu den Themen Datenschutz, Urheber- und Patentrecht, sowie zu Meinungs- und Pressefreiheit bereit. Wir, das waren und sind in erster Linie eine Gruppe von politisch interessierten und motivierten Studenten aus München. Verstärkt werden wir durch engagierte Bürger aus allen Teilen Deutschlands und aus Österreich.

Grundlage unserer Aktivitäten ist das durch das Bundesverfassungsgericht 1983 garantierte Recht auf informationelle Selbstbestimmung. Jeder soll demnach grundsätzlich selbst über die Preisgabe und Verwendung seiner persönlichen Daten bestimmen dürfen.

Nicht erst seit den Anschlägen in den Vereinigten Staaten zeichnet sich in der Bundesrepublik Deutschland eine Entwicklung ab, die diesem Recht auf informationelle Selbstbestimmung langfristig zuwider laufen muß.

Im Namen der Sicherheit wird von der Bevölkerung die stückweise Rücknahme ihrer Privatssphäre verlangt und die Unschuldsvermutung wird umgekehrt. Menschen geraten wie etwa bei der Rasterfahndung oder bei Massengentests unter Generalverdacht. Der Staat gibt damit das Vertrauen in seine Bürger auf und entmündigt sie in einer Weise, die sich in der asymmetrischen Informationshoheit der Staatsorgane ausdrückt. Der Staat darf immer mehr über seine Bürger wissen, jene umgekehrt aber immer weniger über ihn.

Diese Schieflage gilt es zu korrigieren: Dabei muß erstens das Recht auf informationelle Selbstbestimmung wieder gestärkt und durch einen wirksameren Bundesdatenschutz rechtlich gesichert werden. Zweitens müssen die Möglichkeiten für den Bürger, sich über die Staatsgeschäfte zu informieren, verbessert werden. Die Grundlage hierfür kann nur in einer entsprechenden bundesweiten Regelung gefunden werden. Wir unterstützen daher die Kampagne für ein Informationsfreiheitsgesetz in Deutschland.

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Prof. Klaus Staeck,
Grafiker: Ich bin für ein Informationsfreiheitsgesetz, weil Informationsfreiheit und Akteneinsicht zu den selbstverständlichen Bürgerrechten in allen modernen Demokratien gehören sollten. Die Transparenz des Staatshandelns stellt sicher, dass freie und mündige Bürgerinnen sich politisch engagieren und sich ihre Meinung selbst bilden können.


Frank Bsirske,
Vorsitzender der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di: Pressefreiheit braucht den transparenten Staat als wesentliches Element - dieser Baustein fehlt bei uns noch auf Bundesebene.


Dr. Christoph Bieber,
Vorsitzender pol-di.net e.V.: politik-digital ist eine Plattform zur politischen Kommunikation. Der Zugang zu relevanten Informationen und die Möglichkeit ihrer Bekanntmachung ist die Basis unserer Arbeit, die den Bürgern neue Wege zur Beteiligung am politischen Prozess eröffnen soll. Im Internet heißt es oft: "Information möchte frei sein" - wir möchten dabei helfen.